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Von der Sakralität des Ursprungs zum Ursprung des Sakralen – Max Müllers Rekonstruktion der Religion aus den Partikeln der Sprache

 

Die Rede vom Heiligen, das in der religionswissenschaftlichen Forschung oftmals als ‚Urkategorie’ des Religiösen gesehen wird und in langer Tradition verschiedene Bedeutungsvarianten erfahren hat, implizierte eine „signifikative Differenz“ zwischen dem, was jeweils gemeint ist, und dem, wie es gemeint ist; das Heilige selbst und das, als das es erscheint, sind nicht identisch, sondern intentional gebrochen. Es muss gefragt werden, ob und wie die Erfahrung des Heiligen überhaupt in Zeichensysteme transferiert werden kann oder ob sie dort erst produziert wird? Zu fragen ist auch, ob nicht jede konkrete Form des Heiligen schon als sekundäre, sakrale Formung verstanden werden muss?

 

Das Teilprojekt „Religionswissenschaft“ weiß sich der Ausgangsannahme des interdisziplinären Forschungsprojekts, dass nämlich Sakralisierung als ein Zuschreibungs- und Inszenierungsprozess betrachtet werden muss, insofern verpflichtet, als es fragt, wie in der Geschichte religionswissenschaftlicher Theoriebildung Signifikationsprozesse des Religiösen gefasst werden können. Von besonderer Bedeutung für diese Fragestellung, die bis in die Gegenwart kontroverse Debatten vor allem um die Bedeutung der so genannten Religionsphänomenologie speist , war der Oxforder Indologe und Sprachwissenschaftler Max Müller (1823 - 1900), der bereits in seiner ersten Vorlesungsreihe 1870 in London die These vertreten hat, dass eine linguistische Klassifikation der Religionen eine verlässliche Basis für ihre wissenschaftliche Erforschung bilde.
In dem Teilprojekt soll die kapitale Stellung Max Müllers innerhalb der humanities mithilfe eines interdisziplinären, kulturwissenschaftlichen Ansatzes herauspräparier  werden. Es trägt den Arbeitstitel Von der Sakralität des Ursprungs zum Ursprung des Sakralen – Max Müllers Rekonstruktion der Religion aus den Partikeln der Sprache. Das Teilprojekt kann für die interdisziplinäre Forschungsausrichtung des Gesamtprojekts insofern von Bedeutung sein, als es methodische Konzeptionalisierungen von Sakralität in den Blick nimmt und in einem signifikanten Fallbeispiel die Diskursivität solcher Konzepte untersucht. Die paradigmatische Untersuchung des Ursprungs/der Ursprünge des Sakralen lotet eine Basis-Kategorie aus, die als theoretische Armatur einen Flucht-, Anknüpfungs- und Korrespondenzpunkt für viele der hier skizzierten Forschungsprojekte bereitstellen kann.

Projektleiter: Prof. Dr. Andreas Nehring
Mitarbeiter: Dr. Roger Thiel