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Der Kult der Drachenkönige (longwang) im China der späten Kaiserzeit

 

Die chinesischen Wassergottheiten der Drachenkönige (chin. longwang 龍王) waren in der späten Kaiserzeit über nahezu das gesamte China verbreitet, wurden durch ihre enge Verbindung zu Umweltfaktoren, wie Klima und Topographie, aber regional und lokal äußerst unterschiedlich geprägt. Daher lautet eine der Ausgangsthesen dieses Projekts, dass entsprechend dieser Diversität mehrere unterschiedliche Prozesse der Sakralisierung während der Ausbreitung und Etablierung des longwang-Kultes stattgefunden haben müssen.

 

Die Untersuchung dieser Prozesse erlaubt es wiederum Rückschlüsse auf die Bedeutung des Begriffs der Sakralität im chinesischen Kontext überhaupt zu ziehen, welche für China bisher nur unzureichend erforscht wurde. Dazu gehört auch die Frage, welche Bedeutung dem Begriff Sakralität im spätkaiserzeitlichen China zukam und welche Alternativkonzepte eventuell von Bedeutung waren – etwa die Bedeutung der Wirkmächtigkeit (ling 靈), welche für die Beurteilung einer Gottheit von großer Wichtigkeit war. Das Forschungsprojekt nimmt seinen Ausgangspunkt bei Mircea Eliade, erweitert dessen eher starre Dichotomie von sakral und profan aber um ein dynamisches Element. Weiterhin bedient sie sich den Theorien von Marcel Mauss, der in seinem Werk Die Gabe Strukturen sozialen Verhaltens beschreibt, welche sie sich gut auf die zum Teil von starken ökonomischen Gesichtspunkten geprägte Beziehung Mensch-Gottheit übertragen lassen.

Projektleiter: Prof. Dr. Michael Lackner
Mitarbeiter: Andreas Berndt M.A.