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Sakrale Zonen im frühchristlichen Kirchenbau. Zum Kommunikationspotential von Bodenmosaiken für die Binnenhierarchie heiliger Räume – ein west-östlicher Vergleich

 

Obwohl im Neuen Testament verschiedentlich betont wird, dass das Haus des Christengottes kein von Menschen gefertigtes Gebäude sei und kein Ort für sich beanspruchen könne, geeigneter als andere für den Gebetskontakt zu Gott zu sein, setzte sich im Laufe des 2. und 3. Jahrhunderts die Überzeugung durch, dass es sehr wohl Orte gebe, die durch den physischen Bezug zu Christus oder einem seiner Jünger „geheiligt“ seien.

Mit Kaiser Konstantin fand diese Überzeugung einer Spatialität von Heiligkeit dann auch monumentalen Ausdruck, indem seit den 320er Jahren sukzessive alle Herrenorte im Heiligen Land sowie die Wirkungs- und Sterbeorte der Apostel mit Kirchenbauten überhöht wurden, die nun nicht mehr – wie im Ekklesia- Verständnis der christlichen Frühzeit – Versammlungsräume mit einem Tisch für das Gedächtnismahl waren, sondern ihren primären Zweck darin hatten, die Heiligkeit des Ortes, auf dem sie sich erhoben, zu kommemorieren.

Brotvermehrungskirche, Tabgha (See Gennezareth), Israel (Foto Watta)
Im Zentrum des Projekts steht die Frage nach der medialen Vermittlung, der visuellen Evidenz dieses neuen Verständnisses von heiligem Raum und seine Ausdifferenzierung im überregionalen Vergleich. Das diesbezüglich ertragreichste Medium sind Bodenmosaiken, die für den fraglichen Zeitraum (4.-7. Jh.) in großer Zahl erhalten sind; die vergleichende Analyse ihrer Komposition, Ikonographie und Inschriften verspricht neue Einblicke in die Genese räumlicher Sakralitätshierarchien innerhalb des frühchristlichen Kirchenbaus.

 

Projektleiterin: Prof. Dr. Carola Jäggi
Mitarbeiter: Diana Nitzschke M.A., Sebastian Watta M.A.
Studentische Hilfskraft: Alexander Nölp