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Heilige an den Grenzen Lateineuropas - Phase 1

Projektskizze

Sakralisierungsprozesse weisen sowohl räumliche wie zeitliche Dimensionen auf und sind nicht nur an Abstrakta, sondern nach christlich-neutestamentlichem Verständnis insbesondere an Personen festzumachen. Deshalb ist die Frage von Bedeutung, wie und in welchen Formen sich an Personen gebundene Heiligkeit in bestimmten Räumen und zu bestimmten Zeiten manifestierte und auswirkte. Schwerpunkt des beantragten Projekts wird die Untersuchung von Heiligenkulten der im stetigen Wandel begriffenen Grenzräume Mittel-/Süditaliens und der Iberischen Halbinsel. Bislang vor allem im regionalen Rahmen erprobte Denkansätze einer Formierung räumlicher Einheiten durch Heiligkeit sollen dabei in die Diskussion über die Ausbildung eines „Lateineuropa“ während des Mittelalters eingebracht werden. Zu untersuchen ist deshalb einerseits, welche Rolle Heilige und Heiligenkulte als Indikatoren einer kulturellen Orientierung und Identitätsfindung für die Formung einer europäischen Identität spielten. Anderseits wird überprüft, welche Dynamik Sakralisierungsprozesse an den räumlichen Peripherien Europas durch den Einfluss islamischer, byzantinisch-griechischer und ost- bzw. südslawisch bestimmter Kulturen sowie durch die Einwirkung jüdischer Traditionen entwickelten. Unter der Perspektive der Heiligkeit wird so die Formierung europäischer Grenzräume und deren Verhältnis zu zeitgleichen europäischen Institutionalisierungs- und Zentralisierungstendenzen thematisiert.
Als Arbeitsergebnis sind präzisierte Kenntnisse über Formen und Funktionen der ideologisch-sakralen Durchdringung von Grenzzonen zu erwarten, zugleich aber auch Einblicke in die Entwicklung von Heiligkeitskonzepten im Verhältnis zu konkurrierenden Vorstellungen jenseits kultureller Grenzen.

 

 

Projektleiter: Prof. Dr. Klaus Herbers

Mitarbeiter: Larissa Düchting M.A., Christian Saßenscheidt M.A.

Studentische Hilfskräfte: Julia Hümmer, Franziska Kloeters, Johannes Thoma, Stephanie Kamm