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Modelle der Konstruktion von Sakralität im Zuge der hinduistischen Restauration im südindischen Großreich von Vijayanagara (14.-16. Jh.)

Erscheinungsformen von Sakralität, Methoden ihrer Konstruktion sowie Dynamiken ihrer Entwicklung sollen im historischen Rahmen des südindischen Reiches von Vijayanagara (14.-16.Jahrhundert) untersucht werden. Das hinduistische Reich entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert zu einer ganz Südindien umfassenden Großmacht, während weite Teile Indiens von muslimischen Sultanen beherrscht wurden. Die Kulturpolitik der Herrscher und intellektuellen Elite von Vijayanagara ist gekennzeichnet durch eine hinduistische „Restauration“, die mit einer Renaissance der Sanskrit-Literatur, hinduistischer Philosophie, Kunst und Architektur einhergeht.

Die Analyse konzentriert sich auf personen-, text-, raum-, bild- und konzeptbezogene sakrale Phänomene und postuliert drei Modelle von Sakralität, genauer Heiligkeit der Person: das königliche, das monastisch-asketische sowie das philosophischtheologische. Das „königliche Modell” betrifft die Sakralisierung bzw. Resakralisierung von Herrschaft und Königtum. Das monastisch-asketische Modell soll an der Person brahmanischer „Asketen-Heiliger“ aufgezeigt werden. Da sie teilweise als geistige Lehrer der Herrscher und als Äbte fungierten, kam ihnen im Reich von Vijayanagara vermutlich eine wesentliche Rolle bei der brahmanisch-hinduistischen Restauration zu. Das philosophisch-theologische Modell der Konstruktion von Sakralität schließlich kommt insbesondere im Konzept des „Lebend-Befreiten“ zum Ausdruck, wie es im illusionistischen Monismus entwickelt wird. Das Vorhaben untersucht Funktionsweisen und Zusammenwirken der drei Modelle zur Neuformierung einer Hindu-Identität und setzt sie in Beziehung zu vergleichbaren Prozessen im europäischen Mittelalter bzw. in der Vormoderne.


Projektleiterinnen: Prof. Dr. Heidrun Brückner , Prof. Dr. Karin Steiner
Mitarbeiter: Dr. Matthias Ahlborn